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Kabale und Liebe (Friedrich Schiller)

Charakterisierung des Ferdinand von Walter

Ferdinand ist der Sohn des Präsidenten von Walter und somit dem Adelsstand zugehörig. Obwohl er sich seines Standes bewusst ist, ist die Liebe für ihn die einzige und dadurch höchste Instanz (unter anderem: I/4, I/7 und III/4).

Seine ab und zu auftretende Distanziertheit zeigt sich in festen, förmlichen Verhaltensweisen (I/7: Anfang des Gesprächs mit dem Vater; II/3: Gespräch mit Lady Milford). Im Verlaufe der genannten Gespräche gibt er seine anfängliche Distanz auf, reagiert impulsiv (I/7: F. entsagt dem Erbe; II/3: moralischer Angriff der Lady Milford, später Mitleid gegenüber Lady Milford). Wenn Ferdinand einen festen Entschluss gefasst hat, ist keine Unsicherheit zu bemerken, da er seinen Standpunkt entschlossen vertritt. Diese Sicherheit kann (z. B. in Gesprächen mit seinem Vater) auch damit erklärt werden, dass Ferdinand seinen Vater nicht als Autoritätsperson sieht. Diese Ablehnung der präsidialen Autorität ergibt sich aus der Ablehnung der väterlicher Werte (I/7) und der dafür ursächlichen selbstgewählten Autorität der Liebe, welche eingangs bereits erwähnt wurde.

Ferdinands Impulsivität zeigt sich besonders in IV/2, als er Rache für den vermeintlichen Betrug Louisens schwört, oder in IV/3, als er den Hofmarschall von Kalb zum Duell fordert. Ein weiterer Hinweis ist sein Selbstmord nach dem Geständnis Louisens.

Ferdinand ist auch realitätsfern, da er mit Louise fliehen will, ohne einen fundierten und wohlüberlegten Plan zu haben (III/4). Da er sich von seinem Herzen leiten lässt (I/7), unternimmt er keine Anstregung, seinen Plan auf rationaler Ebene anhand der Realität zu überprüfen.

Trotz dieser Realitätsferne ist er belesen und gebildet, wie sich aus I/7 und II/3 folgern lässt. In II/3 nennt er die Engländer das freieste Volk der Welt und nimmt damit Bezug auf die "Bill of Rights". I/7 weist darauf hin, dass er belesen ist. Deutlich wird dies vor allem, als der Präsident ihn als "Romanenkopfe" bezeichnet, was als abwertende Entschuldigung einer impulsiven Aussagen Ferdinands gesehen werden kann.

Ferdinand von Walter sieht im bestehende Ständesystem für seinen Individualismus, der sich unter anderem in der Liebe zur bürgerlichen Louise äußert, keinen Raum, ist jedoch durch seine Fixierung auf das Herz als Maßstab nicht in der Lage, einen rational gewählten Ausweg zu finden.

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